Georgien Blog საქართველო
Botanischer Garten Batumi

Der Botanische Garten von Batumi liegt zwar 9 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, ist aber mit den öffentlichen Transportmitteln den ganzen Tag über sehr einfach zu erreichen. Die Fahrt dorthin dauert etwa 20 Minuten. Der Garten ist mit 114 Hektar recht weitläufig, man kann hier ohne Probleme einen ganzen Tag verbringen und trotzdem immer noch neue Ecken entdecken. Der Garten grenzt nach Westen mit steilen Felskilppen zum Schwarzen Meer hin - von vielen Punkten hat man daher eine sehr schöne Aussicht.

Neben einem Rosengarten…

…gibt es z.B. einen Bambuswald…

Augrund des subtropischen Klimas gedeihen hier über 5000 Arten auf engstem Raum. Im Kontext des Klimawandels ist es allerdings sehr fraglich inwiefern diese hohe Biodiversität auf lange Sicht weiter bestehen kann. Nach dem zweiten Nationalen Bericht Georgiens an die UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) im Jahr 2009 zu urteilen werden sich die klimatischen Verhältnisse in der Schwarzmeeküstenregion bis 2050 drastisch verändern. Neben der Zunahme von Windgeschwindigkeiten und damit verbundenen, möglichen Sturmfluten werden vor allem die Jahresdurchschnittstemperaturen zunehmen und das bei einer gleichzeitigen drastischen Abnahme der Niederschläge. Diese Prozesse werden verstärkt im Sommer auftreten und dazu führen dass gerade in der Trockenperiode bei abnehmender Wasserverfügbarkeit die Temperaturen noch extremere Werte erreichen. Bei meinem Aufenthalt im Winter 2010 konnte ich diese Klimaveränderungen zum Teil bereits am eigenen Leib erfahren. Normalerweise beginnt die Regenzeit in Batumi im Oktober und dauert bis etwa Februar an. Während der Wintermonate 2010 hat es bis auf wenige Tage zwischen Oktober und Januar kaum geregnet. Mitte Dezember erreichten die Temperaturen an der Küste zum Teil noch bis zu 26°C was nach Meinung meiner georgischen Bekannten sehr, sehr ungewöhnlich ist. Darüber hinaus waren die Schneefälle in den Bergregionen bis weit in den Februar hinein nur sehr gering. (mehr Infos unter: http://unfccc.int/resource/docs/natc/geonc2.pdf)

Mtirala National Park

Ein weiteres interessantes Ausflugsziel das man von Batumi aus relativ gut erreichen kann ist der etwa 14 km entfernte Mtirala National Park. Er wurde im Jahr 2006 auf Initiative der Autonomen Republik Adscharien und dem Ministerium für Umweltschutz und Natürliche Ressourcen und mit Unterstützung des WWF und der norwegischen Regierung gegründet. Innerhalb des Parks gibt es ein kleines Dorf was für einen Nationalpark eigentlich eher ungewöhnlich ist. Wer will kann hier wunderbar in einer der wenigen Familie unterkommen und die ausgeprägte Gastfreundschaft genießen. Das Essen was einem hier geboten wird ist übrigens 100% biologisch angebaut, wie beispielsweise die Haselnüsse und der Honig den ich auf der Terasse meines Gasthauses genießen konnte.

Im Park selbst gibt es verschiedene Wanderrouten die man alleine oder mit einem Guide begehen kann. Ich habe mich für eine ca. 3 stündige Route zu einem Wasserfall entschieden.

Entlang von Wildbächen…

…klapprigen Brücken (auf die sich nicht mal der Hund traut)…

…gelangt man schließlich zu einem rauschenden Wasserfall.

Besonders schön zu dieser Jahreszeit war der Kontrast zwischen der immergrünen subtropischen Vegetation und der schon herbstlich angehauchten.

Der Park hat ein gutes Infozentrum und ein kleines Restaurant. Wer Interesse hat bekommt die Kontaktdaten und weitere Informationen über Gästehauser etc. am besten über die Webseite: http://www.mtiralapa.ge/en

Sankt Martin in Chokhatauri

Der eigentliche Martinstag war zwar eigentlich schon 10 Tage her, trotzdem bin ich am Samstag nach Chokhatauri gefahren um dort den mitteleuropäischen Festtag zusammen mit ungefähr 30 Schülern zu zelebrieren. Hintergrund war die Anfrage einer Bekannten die dort mit mehreren Schulen gemeinsame Projekte durchführt. An den Schulen wird Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und meine Bekannte war selbst einmal ein paar Jahre in Deutschland. Ihre Idee war mit dem Martinstag ein wenig mehr das Bewusstsein der Schüler für die deutsche Sprache zu fördern da an vielen Schulen zunehmend nur noch auf Englisch und immer weniger auf weitere zusätzliche Fremdsprachen gesetzt wird. Bedingt durch die historisch engen Beziehungen zwischen Georgien und Deutschland wird Deutsch heutzutage immer noch als Fremdsprache an vielen Schulen und Universitäten unterrichtet. Für mehr Informationen zu den historisch gewachsenen Beziehungen zwischen Georgien und Deutschland: http://www.goethe.de/ins/ge/prj/dig/deindex.htm

Das Backen der Weckmänner hat auf jeden Fall allen sehr viel Spass gemacht - hier das Ergebnis.

Gobroneti

Wer die Berglandschaft von Georgien zu genießen will muss garnicht erst bis in den hohen Kauksus fahren. Etwa 55 Kilometer östlich von Batumi innerhalb der bergigen Keda Region liegt die kleine Ortschaft Gobroneti. Hier habe ich für einen Wochenendausflug einen Bekannten besucht der dort auf 800 Höhenmeter mitten in der Natur seit 2005 sein Familienhaus zu einem Gästhaus umgebaut hat - das ist ungefähr die Aussicht.

Zusammen mit meinem Bekannten habe ich eine mehrstündige Wanderung durch die Umgebung bis auf ca. 1400 Höhenmeter gemacht. Jetzt Mitte November ist auch hier der Herbst eingekehrt, der die Natur sehr farbenprächtig erscheinen lässt.  

Die Temperaturen sind trotzdem so angenehm mild dass man tagsüber noch keine allzu warme Kleidung braucht. Auf dem ersten Stück unserer Wanderung haben uns ein paar Bauern aus der Umgebung auf ihrem alten Geländewagen mitgenommen.

Sie waren auf dem Weg zu ihren höher gelegenen Sommerhütten um dort die Äcker umzupflügen und um Holz für den Winter zu schlagen. Nach einer längeren Fahrt mit zahlreichen Motorausfällen und dann jeweils erneutem Starten des Motors via Rückwartsrollen bis knapp zur Steilkante, sind wir schließlich bei den Hütten angekommen und haben dort erstmal eine kleine Pause mit toller Aussicht gemacht.

Anschließend sind wir querfeldein durch die Berge gewandert und haben uns verschiedene Orte angesehen. Mein Bekannter will gerne das Gebiet für Touristen interessanter machen und arbeitet deshalb an verschiedenen touristischen Projekten - so haben wir z.B. diskutiert welche Wanderwege attraktiv sein könnten. Der Wasserfall wäre unserer Meinung nach auf jeden Fall ein gutes Ziel.

Über einen alten Kanal der sich mitten durch die Wildnis schlängelt kann man den Wasserfall erreichen - hier könnte man z.B. relaltiv einfach einen Wanderweg einrichten. 

Hin und wieder sind wir an Bäumen vorbeigekommen die von den dort lebenden Braunbären stark in Anspruch genommen wurden. Die Bären klettern auf die Bäume um an die Nüsse zu kommen, dabei brechen natürlich viele Äste ab.

Gobroneti ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Der Besitzer des Gasthauses hat zwar noch keine eigene Webseite, wer aber Interesse hat findet weitere Informationen auf folgender Seite: http://www.davisvenot.ge/?lang_id=ENG&sec_id=819&info_id=7794  (Guesthouse Zebo)

Was mir besonders gut gefällt ist der Aspekt dass das Geld der Touristen durch die Gasthäuser direkt bei der lokalen Bevölkerung landet und somit direkt zu einer Verbesserung der Lebensumstände vor Ort beitragen kann!

Batumi

Die Stadt in der ich hauptsächlich lebe und arbeite liegt ganz im Westen von Georgien an der Schwarzmeerküste nahe der türkischen Grenze und ist Haupstadt der Autonomen Republik Adscharien. Batumi ist eine der wichtigsten Hafenstädte und gleichzeitig ein bedeutender touristischer Anziehungspunkt vor allem während der Sommermonate. Das Klima ist subtropisch und die Jahresdurchschnitts- temperatur beträgt etwa 14,5 °C.

In den letzten Jahren hat die Stadt einen tief greifenden Wandel erfahren. In kürzester Zeit sind zahlreiche neue Hotels ausländischer Investoren und neue touristische Infratrukturen entstanden. Eine der Hauptattraktionen ist z.B. der Stück um Stück erweiterte und mittlerweile 7 Kilometer lange palmengesäumte Strandboulevard. Die Palmen sind seit Anfang November mit Seil umwickelt um sie besser gegen die winterliche Kühle zu schützen.

Neben etlichen neuen Bauprojekten wird gegenwärtig das gesamte Wasser- und Stromversorgungssystem restauriert und verbessert. Aufgrund dessen ist das Stadtzentrum mit Fahrzeugen oft nur schwer und sehr langsam passierbar.

Einige Bereiche sind zum Teil schon fertiggestellt - wie dieser zentrale Platz mit einer Säule und Medea Statue.

Im Hintergrund erkennt man noch Gebäude aus der Zeit der Sowjetunion die allerdings bald abgerissen werden sollen. Dies hat man übrigens schon mit zahlreichen anderen Plattenbauten entlang der Küste gemacht um so Platz für neue touristische Sehenswürdigkeiten zu schaffen. Zu diesen Attraktionen gehören auch die so genannten singenden Fontänen - Springbrunnen mit musikalischer Untermalung und aufwendigem Lichspektakel die sich entlang des Strandboulevard finden lassen.

Im Vergleich zur jahrtausendealten Geschichte des Landes ist die Stadt noch relativ jung - trotzdem gibt es ein paar sehr schöne alte Straßenzüge die stark an die Architektur der Gründerzeit erinnern.

Im Gegensatz dazu findet man in den Aussenbezirken hauptsächlich Plattenbauten die in den letzten Jahren aber oft in sehr bunten Farben angemalt wurden - und wo keine Wandfarbe vorhanden ist übernimmt das oft die aufgehängte Wäsche.

Batumi liegt ca. 15 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt was sicherlich dazu beigetragen hat dass sich im Stadtzentrum ein ausgeprägtes türkisches Viertel mit Bäckereien, Teehäusern und Restaurants befindet - hier ist auch die Moschee von Batumi.

Batumi ist die Heimat zahlreicher Glaubensgemeinschaften. So gibt es neben der Moschee eine Katholische Kirche, eine Armenische Apostolische Kirche, eine Synagoge sowie zwei Georgische Orthodoxe Apostelkirchen. Eine davon ist die 1902 fertig gebaute Orthodoxe Kirche der Mutter Gottes.

In Georgien wird übrigens jeweils zweimal Weihnachten und Silvester gefeiert. Weihnachten am 24. Dezember und am 7. Januar und Silvester am 31. Dezember und nochmal am 14. Januar. Dies kommt dadurch zustande da die Georgische Orthodoxe Kirche ihre Festtage nach dem Julianischen Kalender begeht der gegenüber dem Gregorianischen Kalender eine zeitliche Differenz von 13 Tagen aufweist.

Ein weiterer zentraler Platz in Batumi ist  der 6. Mai Park an dem ich ab und zu mit meinen georgischen Kollegen die Mittagspause verbringe.

Da Batumi an der Küste liegt kann man an vielen Ecken frischen Fisch kaufen.

Viele Grüße aus Batumi!

Mzcheta

Von Tbilisi aus kann man sehr gut einen Tagesausflug zur ehemaligen mittelalterlichen Hauptstadt Georgiens machen. Der Ort gilt als religiöses Zetrum des Landes und seine Kulturdenkmäler wie z.B. die Swetizchoweli-Kathedrale gehören zum UNESCO-Welterbe.

Aufgrund von archäologische Funden ist belegt dass die Stadt, die nur wenige Kilometer nördlich von Tbilisi liegt, seit über 3.000 Jahren existiert.

Mzcheta ist mit der Mashrutka von Tbilisi aus in ca. einer halben Stunde gut zu erreichen.

Tbilisi

Georgiens Hauptstadt liegt relativ weit östlich im Landesinnern und beherbergt mit etwa 1,3 Millionen Einwohnern ca. ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes. Der Name Tbilisi (zu Deutsch: Tiflis) bedeutet auf Georgisch soviel wie warme Quelle und ist einer Legende nach folgendermaßen zustande gekommen:

Der georgische König Wachtang I. Gorgassali erlegte auf einem seiner Jagdausritten einen Fasan. Als er zu dem Ort gelangte an dem das Tier niederfiel fand er es bereits fertig gekocht in einer heißen Quelle liegend. Dies sah er als Zeichen an um genau dort die Stadt Tbilisi ca. 458 n. Chr. zu gründen.

Schwenkt man vom Standpunkt der Bildaufnahme aus den Blick nach rechts erblickt man die alte Festungsanlage Nariqala die ca. Ende 300 n. Chr. erbaut wurde und heute noch als erhabene Ruine über der Stadt thront (die Bilder sind von der Festungsanlage aus aufgenommen).

So sieht die Anlage dann aus einer anderen Perspektive bei Nacht und beleuchtet aus.

Lässt man seinen Blick nach links schweifen kann man die 23 Meter hohe Aluminiumstatue Kartlis Deda betrachten - im Volksmund auch die Mutter Georgiens genannt.

Die Figur symbolisiert Tbilisi und hält in der linken Hand eine Schale Wein für die Freunde und in der rechten Hand ein Schwert gegen die Feinde.

Der nachts sehr aufwendig beleuchtete Fernsehturm ist ein weiteres Symbol der Stadt das weithin von fast überall aus sichtbar ist - die Beleuchtung ist übrigens fortwährend in Bewegung.

Tbilisi hat mehrere Stadteile die in historisch sehr unterschiedliche Prägungen erfuhren. So gibt es einen Altstadtkern mit den ältesten Gebäuden wie z.B. der Metechi-Kirche aus dem 13. Jahundert die auf einem Felssockel oberhalb des Flusses Kura gebaut wurde. Neben der Altstadt gibt es weitere jüngere Stadtteile die stark von Klassizismus, Barock und Jugendstil beinflusst wurden. Und natürlich gibt es auch zahlreiche Gebäude aus der Zeit der Sowjetunion - das alles macht den sehr eigentümlichen und interessanten architektonischen Charakter der Stadt aus.

 

In der Alststadt gibt es sehr viele schöne Straßenzüge von dehnen allerdings nur einige wenige restauriert sind und als touristische Anziehungspunkte dienen. 

Eine der größten Straßen Tbilisis ist die Rustaveli Avenue die gleichzeitig als Prachtstraße sowie als eine der innerstädtischen Hauptverkehrsachsen dient.Hier findet man zahlreiche Cafés und Geschäfte.

Neben diesen wenigen erwähnten Sehenswürdigkeiten hat Tbilisi noch eine ganze Menge mehr zu bieten - am besten einfach mal selbst hinfahren!